Der Bodensee im Dreiländereck Deutschland – Österreich – Schweiz ist bekanntlich einer der größten Seen Europas. Auch wenn Deutschland als nördlicher Nachbar der Eidgenossen sowohl den Hauptanteil an der Seefläche als auch einige berühmte Sehenswürdigkeiten (z.B. die Bodenseeinseln Lindau, Mainau und Reichenau) „ergattert“ hat, sind die Schönheiten auf der Schweizer Seite nicht zu vernachlässigen. Die Gast-Autorin Margit Grobbel von der Online-Redaktion von www.InterNations.org beschreibt hier die Sehenswürdigkeiten dieser Region.

Rohrschach

Weit im Südosten des Schweizer Ufers befindet sich die malerische Kleinstadt Rohrschach im Kanton St. Gallen, unweit der gleichnamigen Universitätsstadt mit der weltbekannten Stiftsbibliothek gelegen. Rohrschach selbst ist aber keineswegs bloß möglicher Ausgangspunkt für einen Abstecher ins größere St. Gallen.
Im Stadtmuseum im historischen Kornhaus können Besucher in multimedialen Erlebniswelten Geschichte und Kultur der Region sowie Natur und Technik erkunden. Und wenn schönes Wetter alle ins Grüne lockt, bietet sich ein Ausflug mit der Dampfeisenbahn in den Biedermeier-Kurort Heiden an.

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In Heiden laden zahlreiche Wanderpfade zum entspannenden Ausflug ins Voralpenland ein. Außerdem kann man im Museum Henry Dunant die Lebensgeschichte des Gründers des Roten Kreuzes kennenlernen und sich von seiner humanitären Vision inspirieren lassen.

Abenteurer sollten sich das Fliegermuseum Altenrhein in der Nähe von Rohrschach auf keinen Fall entgehen lassen! Dort kann man einen Rundflug in historischen Maschinen buchen: Höhenangst sollte man also nicht haben, wenn man sich tollkühn in die „fliegenden Kisten“ wagt.

Für frisch Verliebte, die ohnehin schon auf Wolke Sieben schweben, ist dagegen das Schlosshotel Wartegg zu empfehlen. Im romantischen Park lässt es sich gut turteln, und im hauseigenen Bio-Restaurant oder im türkischen Bad werden die Gäste kulinarisch bzw. kosmetisch verwöhnt.

Arbon

Überquert man die Kantonsgrenze in das benachbarte Thurgau, stößt man bald auf das Bodensee-Städtchen Arbon. Der Schlossturm im historischen Museum bietet einen guten Ausblick über den hübschen Altstadtkern und natürlich über den See. Auf der Uferpromenade lässt es sich gemütlich flanieren.

Wer ein wenig mehr über die Region erfahren möchten, dem seien die folgenden Exkursionen in Arbon und Umgebung ans Herz gelegt: Der Bodensee ist ja aufgrund des milden Klimas weithin als Anbaugebiet für Obst bekannt, welches im festen sowie im flüssigen Zustand im Mittelpunkt steht.

Bodensee Sonnenuntergang

Bodensee Sonnenuntergang:
© Peace – Fotolia.com

Die Obstsortensammlung Roggwil widmet sich der Bewahrung heimischer Nutzpflanzen, während das örtliche Saft- und Brennereimuseum in Stachen einen Einblick in die Weiterverarbeitung der reichen Ernte gewährt. Zu guter Letzt können Besuchergruppen eine Degustation in der Mostgalerie Kratzern vereinbaren.

Für das leibliche Wohl ist in Arbon auch mit einer Auswahl regionaler Spezialitäten gesorgt. In einem der zahlreichen Fischrestaurants sollten Sie unbedingt frisch gefangene Forellen, Äschen oder Aale genießen.
Wenn das Portemonnaie es gestattet, können Sie sogar zwischen mehreren Gourmettempeln mit bis zu 14 Punkten im Gault-Millau wählen. Für die etwas weniger gut betuchten Feinschmecker bleibt zumindest die Konditorei Schwarz in Arbon. In der traditionsreichen Confiserie mit Seeblick werden hausgemachte Kuchen, Torten und Pralinen kredenzt.

Romanshorn

Westlich von Arbon liegt Romanshorn, der größte Hafen der Bodenseeregion, den man unter Anderen von der deutschen Seite aus, mit der Autofähre ab Friedrichshafen, leicht erreichen kann. Die Hafenstadt steht ganz im Zeichen des Wassers. Ein Museum führt in die Geschichte des Ortes und der Schifffahrt auf dem Bodensee ein. Zudem wird am Fährhafen sonntags regelmäßig ein Floh- und Antikenmarkt für Sammler auf der Suche nach Liebhaberstücken und Kuriositäten abgehalten.

Familien mit Kindern, die in Romanshorn unterwegs sind, werden in der heißen Jahreszeit das Seebad sehr zu schätzen wissen. Dort kann sich der Nachwuchs auf der 100 m langen Wasserrutschbahn austoben, während die Eltern im Whirlpool oder Wellness-Bad relaxen.

Wenn das Wetter einmal nicht mitspielen sollte, kann man ins Locorama ausweichen. Dort werden historische Eisenbahnen zur Schau gestellt, die alle kleinen Lokführer und Lokführerinnen in spe begeistern.
Kreuzlingen

Ganz am westlichen Ende des Bodensees, gegenüber von Konstanz, ist die größte Uferstadt auf Schweizer Boden gelegen. Kreuzlingen ist zum Beispiel für das dortige Napoleonmuseum Thurgau bekannt.
Der ehemalige Wohnsitz des französischen Ex-Kaisers und Exilanten Napoleon III. befindet sich im Schloss Arenenberg, das zusammen mit seinen reizvollen Parkanlagen inzwischen für die Öffentlichkeit zugänglich ist. In den Räumlichkeiten gibt es auch jährlich wechselnde Ausstellungen zur Geschichte der Familie Bonaparte oder des 19. Jahrhunderts im Allgemeinen, und sie werden überdies für wahrhaft kaiserliche Gastmähler und private Feste zur Verfügung gestellt.

Falls dies den jüngsten Besuchern zu langweilig sein sollte, empfiehlt sich ein Ausflug in den Freizeitpark Conny-Land. Die ältere Generation kann den Achterbahnen, Wasserspielplätzen und Fahrgeschäften vermutlich nicht mehr so viel abgewinnen, aber Kinder und Teenager sind hier ganz in ihrem Element. Und die Seelöwenschau ist eine Attraktion für Besucher jeglichen Alters!

Rheinfall Schaffhausen

Rheinfall Schaffhausen:
© Stefan Arendt – Fotolia.com

Untersee und Hochrhein

Wer jetzt noch ein bisschen Zeit hat, kann die Region Untersee erkunden. Der Untersee ist der kleinere der beiden Grenzseen, die zusammen den Bodensee bilden.

Klein, aber fein! In den Ortschaften am Ufer des Untersees finden sich unter Anderem ein Paradies für Kiter und Windsurfer (Berlingen), die Gottlieber Spezialitäten AG (Gottlieben), wo Schweizer Schokoladenträume wahr werden, und das Phönix Theater (Steckborn), das moderne Tanzproduktionen auf die Bühne holt.

Schließlich kommt man in Stein am Rhein (Kanton Schaffhausen) an, wo Alpenfluss und Seen in den Hochrhein übergehen. Die pittoreske Kulisse der gut erhaltenen Steiner Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern und Fassadenmalereien macht den Reiz des Ortes aus. Zahlreiche Themenführungen widmen sich unterschiedlichen Aspekten der Lokalgeschichte und sprechen alle Besucher des Städtchens an.

Auf einer längeren Reise durch die nördliche Schweiz könnte man von Stein aus in das Hochrheintal über Schaffhausen nach Basel aufbrechen. Uf wiederluege, Bodensee – grüezi, Rheinfall!

Über die Autorin:
Margit Grobbel arbeitet als Senior Content Editor in der Online-Redaktion von www.InterNations.org. Mit über 1.3 Million Mitgliedern in 390 Städten ist das Münchner Unternehmen das größte „Expatriate“-Netzwerk weltweit. Die erste internationale Online- und Offline-Community für Leute, die im Ausland leben und arbeiten, bietet die Gelegenheit, mit anderen kosmopolitisch gesinnten Mitgliedern in Kontakt zu treten und Menschen in der gleichen Lage, mit den gleichen Interessen zu finden. In der Schweiz gibt es InterNations u.a. in Basel, Bern, Genf und Zürich.